Kaum ein Fernsehschauspieler hat eine Figur so unverwechselbar geprägt wie Larry Hagman. Mit einem breiten Grinsen, einem Stetson auf dem Kopf und dem Ruf, wirklich alles für Öl und Macht zu tun, wurde er als J.R. Ewing in der Serie „Dallas“ zum Schurken, den das Publikum nicht aufhören konnte zu lieben. Doch Hagman war weit mehr als dieser eine Charakter: Er war der charmante Astronaut aus „Bezaubernde Jeannie“, Sohn einer Broadway-Ikone, Regisseur, Umweltaktivist und ein Mann, der nach einer Lebertransplantation zurück ins Rampenlicht fand. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über sein Leben, seine größten Rollen, sein Privatleben und sein Vermächtnis.
Larry Hagman auf einen Blick
| Vollständiger Name | Larry Martin Hagman |
|---|---|
| Geboren | 21. September 1931 in Fort Worth, Texas (USA) |
| Gestorben | 23. November 2012 in Dallas, Texas (im Alter von 81 Jahren) |
| Beruf | Schauspieler, Regisseur, Produzent |
| Bekannt durch | „Dallas“ (J.R. Ewing), „Bezaubernde Jeannie“ (Major Tony Nelson) |
| Mutter | Broadway-Star Mary Martin |
| Ehefrau | Maj Axelsson (verheiratet ab 1954) |
| Kinder | Heidi Kristina (geb. 1958) und Preston (geb. 1962) |
Kindheit und Jugend: Aufgewachsen zwischen Texas und Broadway
Eine berühmte Mutter, ein Vater aus der Juristerei
Larry Hagman kam 1931 in Fort Worth zur Welt. Seine Mutter Mary Martin wurde nach seiner Geburt zu einem der größten Musical-Stars des Broadways, sein Vater Benjamin Jackson Hagman arbeitete als Buchhalter und Jurist und war als Bezirksstaatsanwalt tätig. Als Larry fünf Jahre alt war, ließen sich die Eltern scheiden. Der Junge wuchs deshalb zeitweise bei seiner Großmutter mütterlicherseits in Texas und Kalifornien auf, während seine Mutter ihrer Karriere nachging.
Von der Militärschule zur Bühne
Seine Schulzeit verlief wechselhaft: Hagman besuchte unter anderem das Black-Foxe Military Institute und kurzzeitig ein Internat in Vermont, bevor er in Weatherford, Texas, die High School abschloss. Sein Vater wünschte sich, dass er Jurist wird. Doch der junge Larry fühlte sich zum Theater hingezogen. Nach dem Abschluss 1949 schrieb er sich am Bard College in New York für Tanz und Schauspiel ein, brach das Studium aber nach einem Jahr ab, um sich ganz der Schauspielerei zu widmen.
Die frühen Jahre: Theater, Air Force und erste Fernsehrollen
Hagmans Laufbahn begann 1950 am Woodstock Playhouse im US-Bundesstaat New York. Es folgten Auftritte in Dallas im Ensemble von Margo Jones sowie in Musicalproduktionen an der Ostküste. 1951 stand er sogar mit seiner Mutter in der Londoner Produktion von „South Pacific“ auf der Bühne.
1952 wurde er zur US-Luftwaffe eingezogen. Stationiert in Großbritannien, unterhielt er den Großteil seiner Dienstzeit über amerikanische Soldaten auf Stützpunkten in Europa. Genau in dieser Zeit lernte er seine spätere Frau Maj Axelsson kennen. Nach dem Ende des Militärdienstes 1956 kehrte er nach New York zurück, spielte Off-Broadway und gab 1958 mit „Comes a Day“ sein Broadway-Debüt.
Parallel sammelte er Fernseherfahrung: 1957 hatte er seine erste TV-Rolle in der Krimiserie „Decoy“, danach folgten Gastauftritte in „Sea Hunt“ und „The Defenders“. Von 1961 an spielte er in der Seifenoper „The Edge of Night“. Sein Filmdebüt gab er 1964 in „Ensign Pulver“, im selben Jahr war er im Kalte-Kriegs-Thriller „Fail Safe“ zu sehen.
„Bezaubernde Jeannie“: Der Durchbruch als Major Tony Nelson
1965 gelang Larry Hagman der große Sprung: In der NBC-Sitcom „I Dream of Jeannie“, im deutschsprachigen Raum als „Bezaubernde Jeannie“ bekannt, spielte er den Astronauten Anthony „Tony“ Nelson, der eine Flaschengeistin (gespielt von Barbara Eden) findet und sein Leben fortan im Dauerchaos verbringt. Die Serie lief von 1965 bis 1970 über fünf Staffeln und brachte es auf 139 Folgen.
Hagman verkörperte den leicht überforderten, aber stets sympathischen Offizier mit einem perfekten komödiantischen Timing. Die Serie galt als Antwort des Senders NBC auf die magischen Erfolgskomödien der 1960er-Jahre wie „Verliebt in eine Hexe“. Über Jahrzehnte hinweg blieb Hagman seinen Serienpartnern verbunden und stand unter anderem 2004 bei den TV Land Awards und später in der Theaterproduktion „Love Letters“ erneut mit Barbara Eden auf der Bühne.
„Dallas“: Wie Larry Hagman zum beliebtesten Fiesling des Fernsehens wurde
Eine Rolle, die wie angegossen passte
1978 bekam Hagman zwei Angebote für neue Serien. Auf Anraten seiner Frau las er das Drehbuch zu „Dallas“ und beide waren sich einig: Die Rolle des skrupellosen älteren Ewing-Sohnes J.R. war wie für ihn gemacht. Für seine Darstellung ließ er sich zum Teil von Jess Hall Jr. inspirieren, dem Besitzer einer Ölzulieferfirma, bei dem er in jungen Jahren gejobbt hatte.
„Dallas“ lief von 1978 bis 1991 und wurde in rund 90 Ländern ausgestrahlt. Hagman war der einzige Darsteller, der in sämtlichen Folgen der Originalserie auftrat. Zusätzlich war er in den frühen 1980er-Jahren fünfmal im Spin-off „Unter der Sonne Kaliforniens“ (Knots Landing) zu sehen.
„Who shot J.R.?“ – das TV-Phänomen von 1980
Der absolute Höhepunkt war das Staffelfinale 1980, in dem J.R. von einem Unbekannten niedergeschossen wurde. Monatelang rätselte die ganze Welt, wer der Täter war. Als die Auflösung am 21. November 1980 gezeigt wurde, brach die Folge sämtliche Quotenrekorde. „Who shot J.R.?“ gilt bis heute als einer der berühmtesten Cliffhanger der Fernsehgeschichte.
Gehaltspoker mit Erfolg
Während der Spekulationen verhandelte Hagman hart um eine höhere Gage und trat sogar verspätet in die neue Staffel ein. Die Produzenten drehten bereits Szenen ohne ihn, lenkten am Ende aber ein, weil J.R. unverzichtbar war. Von da an zählte Hagman zu den bestbezahlten Fernsehstars seiner Zeit. Für die Rolle wurde er 1980 und 1981 für den Emmy sowie mehrfach für den Golden Globe nominiert.
Das Comeback: „Dallas“ 2012
Nach dem Ende der Originalserie kehrte Hagman in den Fernsehfilmen „J.R. Returns“ (1996) und „War of the Ewings“ (1998) in seine Paraderolle zurück. 2012 war er ein letztes Mal als J.R. in der Fortsetzung des Senders TNT zu sehen. Nach seinem Tod wurde die Figur in der zweiten Staffel der Serie sterben gelassen.
Weitere Filme und Serien von Larry Hagman
Neben seinen beiden Hauptrollen war Hagman in zahlreichen weiteren Produktionen zu sehen:
- Kinofilme: „Fail Safe“ (1964), „Harry and Tonto“ (1974), „Superman“ (1978), „S.O.B.“ (1981), „Nixon“ (1995) und „Mit aller Macht“ (Primary Colors, 1998) an der Seite von John Travolta.
- Regie: 1972 inszenierte er die Horrorkomödie „Beware! The Blob“, seinen einzigen Kinofilm als Regisseur.
- Gastauftritte im deutschsprachigen Raum: 1991 war er in der Serie „Ein Schloß am Wörthersee“ zu sehen, 2010 im ZDF-„Traumschiff“.
- Spätere Fernseharbeiten: „Nip/Tuck“ (2006), eine Gastrolle bei „Die Simpsons“ (2006) sowie „Desperate Housewives“ (2010/2011).
Privatleben: Familie und Freundschaften
1954 heiratete Larry Hagman die aus Schweden stammende Maj Axelsson. Das Paar blieb bis zu seinem Tod zusammen und hatte zwei Kinder: Tochter Heidi Kristina (geboren 1958) und Sohn Preston (geboren 1962). Die Familie lebte lange in Malibu, später in Ojai in Kalifornien. Maj Hagman starb 2016 in Los Angeles.
Besonders eng verbunden war Hagman mit seiner Mutter Mary Martin; nach einer Phase der Entfremdung versöhnten sich beide in den 1970er-Jahren und blieben einander nahe bis zu ihrem Tod 1990. Zu seinen engsten Freunden zählten auch seine „Dallas“-Kollegen Linda Gray und Patrick Duffy, die zu seinen letzten Lebensstunden an seiner Seite waren. Seine Freundschaft zum Schauspieler Carroll O’Connor reichte bis in die späten 1950er-Jahre zurück.
Gesundheit: Lebertransplantation und Krebserkrankung
Hagman sprach offen über seine jahrzehntelange Alkoholabhängigkeit. 1992 wurde bei ihm eine Leberzirrhose diagnostiziert, 1995 unterzog er sich nach einer Krebsdiagnose einer lebensrettenden Lebertransplantation. Er erhielt dabei nach eigenen Angaben und laut damaligen Berichten keine Sonderbehandlung als Prominenter. Später engagierte er sich für die National Kidney Foundation und über Jahre als Vorsitzender für den „Great American Smokeout“ der American Cancer Society, nachdem er selbst mit 34 Jahren mit dem Rauchen aufgehört hatte.
Im Jahr 2011 machte er öffentlich, dass er an Halskrebs im Stadium 2 erkrankt war (ein Tumor an der Zunge wurde entfernt), und drehte trotzdem weiter an der neuen „Dallas“-Staffel. Im Sommer 2012 galt der Krebs zunächst als zurückgedrängt, kurz darauf wurde ein myelodysplastisches Syndrom festgestellt.
Engagement für erneuerbare Energien
Ausgerechnet der Darsteller des Ölbarons J.R. Ewing setzte sich privat für alternative Energien ein. Sein Haus in Ojai war solar betrieben und energieeffizient gebaut. 2010 wurde er Werbebotschafter für das deutsche Solarunternehmen SolarWorld und spielte darin augenzwinkernd mit seinem J.R.-Image: Die Zeit des Öls sei vorbei, er sei aber „immer noch im Energiegeschäft“.
Larry Hagmans Tod am 23. November 2012
Larry Hagman starb am 23. November 2012 im Alter von 81 Jahren im Medical City Dallas Hospital an den Folgen einer akuten myeloischen Leukämie. Seine Familie und enge Freunde waren über das Thanksgiving-Wochenende bei ihm. In einer Mitteilung hieß es, er sei friedlich im Kreis seiner Liebsten gestorben. Die „New York Times“ nannte ihn einen der beliebtesten Fernsehschurken überhaupt.
Sein Vermächtnis
Larry Hagman bewies, dass ein „Bösewicht“ zum Publikumsliebling werden kann. J.R. Ewing prägte das Bild des skrupellosen, aber charismatischen Geschäftsmannes im Fernsehen und beeinflusste unzählige spätere Serienfiguren. Gleichzeitig erinnern sich viele Zuschauer ebenso gern an den liebenswerten Tony Nelson, der mit seiner Jeannie jede Woche neue Abenteuer erlebte. Seine Autobiografie „Hello Darlin’“ (2001) zeigt außerdem, wie offen und humorvoll er mit den Höhen und Tiefen seines Lebens umging.
Häufige Fragen zu Larry Hagman (FAQ)
Wer war Larry Hagman?
Larry Hagman war ein amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Produzent. Weltberühmt wurde er als J.R. Ewing in „Dallas“ und als Major Tony Nelson in „Bezaubernde Jeannie“.
Wann und woran ist Larry Hagman gestorben?
Er starb am 23. November 2012 in Dallas, Texas, im Alter von 81 Jahren an Komplikationen einer akuten myeloischen Leukämie.
Wer waren die Eltern von Larry Hagman?
Seine Mutter war die Broadway-Schauspielerin Mary Martin, sein Vater der Jurist und Bezirksstaatsanwalt Benjamin Jackson Hagman.
War Larry Hagman verheiratet und hatte er Kinder?
Ja, er war ab 1954 mit der Schwedin Maj Axelsson verheiratet. Das Paar hatte zwei Kinder, Heidi und Preston.
Hatte Larry Hagman eine Lebertransplantation?
Ja, 1995 erhielt er eine Spenderleber. Zuvor war bei ihm Leberkrebs festgestellt worden, zudem litt er an einer Leberzirrhose.
Wie viele Folgen „Dallas“ hat Larry Hagman gespielt?
Er war als einziger Darsteller in allen Folgen der Originalserie von 1978 bis 1991 dabei und kehrte später für die Neuauflage ab 2012 zurück.
Fazit
Larry Hagman war ein Schauspieler, der es verstand, Gegensätze zu vereinen: der charmante Astronaut und der gerissene Ölbaron, der Hollywood-Star und der bodenständige Texaner, der Lebemann und der spätere Gesundheitsbotschafter. Mehr als sechs Jahrzehnte stand er vor der Kamera, und selbst nach seinem Tod 2012 lebt seine Paraderolle in Wiederholungen und Fan-Erinnerungen weiter. Wer die Geschichte des Fernsehens verstehen will, kommt an Larry Hagman nicht vorbei.